Bekohlungsbühne
Die Bekohlung in Bischofsheim ist schon beim Vorbild ein Thema für sich gewesen - darum wird ihr auch hier ein eigenes Kapitel gewidmet! Ursprünglich wurde die Kohle direkt aus dem Kohlebansen über die im Bansen liegende Treppe per Korb in die Lokomotiven gefüllt. Das ging so lange gut (wenn man diese schere Arbeit überhaupt so bezeichnen darf) bis die Lokomotiven immer größer und die Kohlebehälter damit immer höher wurden.
Daher erhielt die kleine Lokstation eines Tages eine einfache Bekohlungsbühne aus Holz, die das Personal über eine steile Treppe erklettern konnte und von dort mit Hilfe eines einfachen Kranes die schweren Kohlekörbe hochziehen konnte. Dies war eine enorme Erleichterung der Arbeit, aber immer noch sehr schwer und gefährlich, weil die Kohle dann noch in die Tenderöffnung geschüttet werden musste. Und das konnte bei Schnee und Eis schon mal schwierig sein!
Warum die Bühne ein offenbar bayrisches Vorbild hatte, obwohl der Bahnhof doch im Preußischen liegt, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Außerdem war es schon sehr ungewöhnlich, dass sich die gesamte Bekohlung bis spät in die 60er Jahre erhalten hat, obwohl schon reichlich Dieselfahrzeuge auf der Strecke eingesetzt wurden. Offenbar hat die Bahnverwaltung den Abbau bis zum allerletzten Zeitpunkt hinaus geschoben...
Das Modell der Bühne entstand, wie schon der Kohlebansen, aus Kiefer- und Nussbaumleisten, die nach einer Skizze zusammengebaut wurden. Als Klebstoff diente überwiegend Holzleim, der mit mit einem Zahnstocher aufgetragen wurde und Sekundenkleber, wenns mal ganz schnell halten musste.
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